Herbertstraße

Hamburg ist Hafenstadt, und zum Hafen gehört der Matrose. Kaum hat das Schiff festgemacht, dann geht er auch schon auf den Kiez, um zu trinken und sich bei einer schönen Frau von der langen Fahrt zu erholen. Dafür läßt er einen Teil seiner Heuer auf ihrem Nachttisch liegen. Keine Frage , die besondere Faszination des Stadtteils St.Pauli hat natürlich auch mit der käuflichen Liebe zu tun, die auf der Straße angeboten wird. Ob Winter oder Sommer, zu jeder Jahreszeit stehen Frauen allen Alters in den Querstraßen der Reeperbahn und warten auf ihre Freier. Und diese sind nicht mehr nur Matrosen. Neben dem Straßenstrich gibt es noch die Herbertstraße.

Um 1900 wird die Herbertstraße von der Stadtverwaltung als geschlossene Wohnanlage für die Huren eingerichtet. Damit wollen die Behörden Übersicht und Ordnung über das Gewerbe erlangen.

Auf dem Weg in den Sündenpfuhl, steht groß an dem schmiedeeisernen roten Tor, das man passieren muß: Zutritt für junge Männer unter 18 und Frauen verboten.

Ordentlich geht es in der Straße auf jeden Fall zu: Rechts und links stehen spärlich bekleidete Frauen in Glasvitrinen und machen den Männern schöne Augen. Diese halten sich meistens in der Straßenmitte auf - als ob ihnen eine der Frauen aus den Schaufenstern zu nahe treten könnte.

Die Diskussion um Moral, Liebe und käufliche Lust ist so alt wie die Sache an sich. Und immerhin, hier handelt es sich um das älteste Gewerbe der Welt.